Musikstreaming ist in Deutschland angekommen

Der Branchenverband Bitkom betsätigt, dass in Deutschland das Thema Musikstreaming einen gewaltigen Sprung gemacht hat. Waren vor 2011 nur drei Anbieter am Markt, sind es seit der Tarifeinigung mit der GEMA mittlerweile zehn, z.B. Deezer, Napster, Rdio, Simfy, Spotify, Juke oder WiMP.

Das Nutzungsverhalten ist entsprechend gewachsen, so kennt zwar nur jeder dritte Internet-Nutzer Musikstreamingdienste, aber immerhin 4,5 Millionen Deutsche nutzen mehrmals pro Woche einen Streamingdienst im Internet. Bitkom-Präsident Kempf konstatiert einen Trend weg vom Besitz insbesondere von physikalischen Tonträgern hin zur Nutzung.

Die Zukunft wird zeigen, ob die aktuelle Vielfalt an Anbietern bestehen bleiben wird. Die Pressemitteilung gibt es hier.

Hier gibt es eine weitere Studie zum Thema, derzufolge Musikstreaming aus dem soziodemographischen Bereich der sog. early adopter ausbricht und in der breiten Bevölkerung ankommt.

T-Mobile partnert mit Deezer

… allerdings bislang nur in Österreich und den Niederlanden. Dort werden bestimmte Tarifpakete angeboten, welche die Nutzung von über 18 Mio. Musiktiteln im Streaming ermöglichen. Über mobile Apps werden die Songs und eigene Playlisten auf Handies und Tablets verfügbar gemacht. Natürlich kann man auch ganz gewöhnlich über den Web-Browser seines Heimcomputers Musik aus dem Web abspielen.

Wann es einen vergleichbaren Service in Deutschland geben wird, ist noch unklar.

Hier gehts zum Artikel (nur im Microsoft IE zu öffnen).

Musikstreamingumsätze in UK in Q1/2012 um 93% gestiegen

Im ersten Quartal 2012 machten die digitalen Erträge 55 Prozent des Umsatzes der britischen Musikbranche aus. Dafür waren vor allem die um 93 Prozent auf knapp neun Millionen Pfund gestiegenen Umsätze aus dem Streaminggeschäft verantwortlich. Dies trug entscheidend dazu bei, dass die digitalen Erlöse erstmals den Rückgang im physischen Geschäft ausgleichen.

Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ging das physische Geschäft laut BPI-Zahlen um 15,1 Prozent auf 69,3 Millionen Pfund zurück. Dennoch wuchsen die UK-Umsätze im ersten Quartal im Vergleich mit den ersten drei Monaten von 2011 um 2,7 Prozent auf 155,8 Millionen Pfund.

Insgesamt stiegen die digitalen Erlöse aus Downloads, Abodiensten und werbeunterstützten Streamingdiensten um 23,6 Prozent auf 86,5 Millionen Pfund. Substantiell zu diesem Anstieg trugen auch die Verkäufe von digitalen Alben bei. Sie kletterten um 22,7 Prozent auf 35,9 Millionen Pfund. Damit überholen heruntergeladene Alben in einem zweiten aufeinanderfolgenden Quartal die Umsätze aus Downloads von einzelnen Tracks.

Erlöse aus Streamingangeboten wie Spotify oder We7 brachten Umsätze in der Höhe von 3,4 Millionen Pfund – ein Zuwachs um 20 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum.

Für BPI-CEO Geoff Taylor ist die Entwicklung ein “bedeutsamer Meilenstein” in der Entwicklung des Musikgeschäfts. “Die britischen Plattenfirmen haben sich dem Digitalgeschäft mit absoluter Hingabe gewidmet. Sie haben Innovationen unterstützt und mehr neue Online- und mobile Dienste lizenziert als jedes andere Land. Als Resultat sieht die Zukunft der Industrie besser aus als noch vor einigen Jahren.”

Allerdings gab Taylor zu bedenken, dass man diesen Trend für mehrere Quartale wiederholen müsse, bevor man sagen könne, die Branche habe einen “digitalen Rubicon” überschritten. Auch die Nachfrage nach physischen Tonträgern bleibe groß in UK, vor allem im vierten Quartal. “Allerdings zeigen die Kreativität, die Investitionen und die digitale Expertise der britischen Musikindustrie einen leuchten Pfad des Wachstums für die britische Wirtschaft auf”, formuliert der BPI-Chef.